


28. Juli 2010
Wie auf der Internationalen Luft- und Raumfahrt Messe in Farnborough am 20. Juli 2010 angekündigt, dürfte die Niederlassung eines Montagezentrums für Fahrwerke sowie eines Logistikzentrums in Laval im April 2010 umgesetzt werden. Liebherr-Aerospace Kanada, nahe der Autobahn Chomedey ansässig, erhielt vom Flugzeughersteller Bombardier den Auftrag, die Fahrwerke, die für die Maschinen der C-Series – erste Flüge werden für Oktober 2013 geplant – verwendet werden, zu montieren und zu testen. Die für die Montage der Fahrwerke benötigte Ausstattung wird in demontiertem Zustand von Lindenberg in Bayern, wo Liebherr-Aerospace diese produziert, in die zukünftige Niederlassung in Laval transportiert.
"Der Auftrag erstreckt sich über das gesamte Projekt der C-Series, das eine Gesamtheit von 3900 Flugzeugen erreichen wird", bekräftigt Stéphane Rioux, der Geschäftsführer von Liebherr-Aerospace Kanada im Interview mit Courrier Laval direkt nach der Bekanntgabe des Vorhabens. Im Rennen um diesen wichtigen Auftrag stand Laval einem Schwesterunternehmen gegenüber, das in Detroit ansässig ist. Diese "Reparationsstation" beschäftigt um die 130 hochspezialisierte Arbeiter im Bereich der Luft- und Raumfahrtmechanik. Dies liess sie zu einem mächtigen Gegner anwachsen, betont Herr Rioux.
Wenn alles wie geplant läuft, wird die Montagefirma im Januar 2012 die Arbeit aufnehmen können, wobei der Luft- und Raumfahrtmittler in den drei Folgejahren insgesamt 35 hochspezialisierte Arbeitskräfte einstellen wird. "Wir haben uns dazu verpflichtet, ab 2015 einen Produktionsrhythmus von einem Flugzeug pro Tag bewältigen zu können", fügt der kanadische Topmanager des Zulieferers hinzu.
Als das multinationale Unternehmen Liebherr im Jahr 2002 seine Einrichtungen auf 50.000 Quadratfuß errichtete, hatte es genügend Gebiet erworben, um eine eventuelle Expansion in Kanada unterstützen zu können. Acht Jahre später wird das nördlich an das Hauptgebäude angrenzende Terrain von 170.000 Quadratfuß dazu dienen, ein Gebäude mit einem Investitionswert von knapp 4 Millionen $ zu errichten.
Wenn man berücksichtigt, dass die aktuellen Räumlichkeiten zwei Abteilungen der Liebherr Gruppe – Baumaterialien und Industrieaustattungen – beherbergen, wird die Konstruktion eines Montagezentrums in der Größe von 15.000 Quadratfuß die aktuelle Fläche, die für die Luft- und Raumfahrtaktivitäten genützt wird, verdoppeln.
"Dies wird sich an unser Servicezentrum anschließen", erläutert Stéphane Rioux, dessen 25-köpfiges, hochspezialisiertes Team sich um die Einarbeitung von Luftsystemen bemüht, die Liebherr bereits seit acht Jahren für alle Flugzeuge von Bombardier entwirft. Es handelt sich hierbei um die Gesamtheit der Systeme für den Druckausgleich, die Luftverarbeitung sowie Systeme gegen die Vereisung in der Kabine.
Francis Niss, der Präsident von Liebherr-Aerospace & Transportation SAS, äußert bezüglich des Ausbaus in Laval, "dass dies die Kontinuität in der Zusammenarbeit mit Bombarider Aéronautique fortführt, die 1993 mit dem Global Express Programm begonnen wurde" (Business Jets). Er schmälert auch nicht, dass "Bombardier ein Kunde von enormer Wichtigkeit ist", und dass die C-Series Produktion, an welcher Liebherr mit den Fahrwerken und den Luftsystemen beteiligt ist, "eine bezeichnende Herausforderung darstellt".
Quelle : Courrier Laval