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Erfolgsgeschichten


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„Biosteel“: künstliche Spinnenseidenfaser aus Bayern bieten Innovation für Medizintechnikmarkt und künftig für umweltfreundliche Sportkleider und –schuhe



Futurecraft Biofabric von Adidas - der welterste biologisch abbaubare Laufschuh mit bayerischer Technologie | Bild (c) adidas.com

Das Biotech-Unternehmen AMSilk aus Planegg bei München (Oberbayern) wurde 2008 von Dr. Thomas Scheibel, Professor für Biotechnologie an der Uni Bayreuth, und seinem Kollegen Dr. Lin Römer gegründet. Ziel war es, seit 2003 an der TUM und in weiteren Forschungslaboren entwickelte Patenten marktfähig zu machen. Während Dr. Scheibel an der Universität blieb und als Consultant weiter an der Entwicklung des Unternehmens teilnimmt, ist Dr. Römer nun verantwortlich für die gesamte Forschung und Entwicklung bei AMSilk. Von der universitären Forschung bis zum Markt wurde das Unternehmen im Innovations- und Gründerzentrum für Biotechnologie durch das bayerische Wirtschaftsministerium unterstützt und gefördert.

Seit 2005 stellt es eine künstliche Spinnenseidenfaser aus synthetischem Biopolymer her, die in der Medizintechnikbranche großes Interesse geweckt hat und bereits eingesetzt wird. Dort ist es besonders bei Silikonimplantaten, Herniennetzen oder Stents im Einsatz: das Material wird vom Körper nicht wahrgenommen, bzw. vom Immunsystem als nicht gefährdend eingestuft. Insofern hat ein damit beschichtetes Implantat größere Chancen, keine Entzündungen oder Abstoßreaktionen auszulösen: eventuelle Nebeneffekte sind dadurch gelindert. Des Weiteren werden die Proteinen, die zur Herstellung der Faser nötig sind, auf dem Kosmetikmarkt in Puder- oder Gelform vermarktet.

Nach fast 10 Jahren Existenz steigerte AMSilk 2014 die Produktion, um auch für die Textilbranche genügend Material herzustellen. Die Eigenschaften des Materials haben nämlich nach mehreren KMUs auch die Aufmerksamkeit von Adidas auf AMSilk gelenkt: die für die Textilbranche hergestellte „Biosteel“ Faser ist laut Unternehmensangaben reißfester als natürliche Seide und zugleich leichter als Polyester, woraus die Mehrheit der aktuellen Sportkleidungsartikel besteht. So kooperiert der Sportartikelriese mit AMSilk: das Unternehmen beliefert Adidas mit den elastischen Fasern, aus denen der Sportkonzern einen vollständig biologisch abbaubaren Schuh herstellt. Einen Prototyp der ultraleichten Sneaker hat Adidas Ende 2016 in New York vorgestellt.

Quellen: www.amsilk.com & www.wired.de