


Die Enstehung des modernen Bayern
Seit 1806 unter Max I. Joseph zum Königtum erhoben, war Bayern geprägt vom Geist der Aufklärung und den Folgen der Französischen Revolution; geformt aber wurde der moderne Staat insbesondere durch die starke Hand des führenden Politikers dieser Jahre, Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas (1759-1839), der in einer "Revolution von oben" das neue Staatswesen schuf.
Durch seine konsequente Reformpolitik wurde das Land säkularisiert, das feudalherrschaftliche System beendet, die Wehr- und Schulpflicht eingeführt und eine umfassende zentralistische Verwaltungs- und Justizreform durchgeführt.

1818 Erste moderne Verfassung für Bayern
In dieser Zeit der tief greifenden sozialen und politischen Reformen verabschiedete Bayern im Jahr 1818 eine erste moderne Verfassung, in deren Mittelpunkt nun nicht mehr der Monarch stand, sondern in der der Staat zum Souverän erhoben wurde. Die Verfassung von 1818 gewährte Freiheits- und Gleichheitsrechte und schuf eine Volksvertretung mit klar umschriebenen politischen Funktionen.
Doch auch Bayerns Könige, insbesondere König Ludwig II. hinterließen bis heute sichtbare Spuren. Die "Märchenschlösser" Neuschwanstein und Herrenchiemsee locken jährlich tausende von Touristen nach Bayern.
Bayern im Deutschen Reich
1871 mit Gründung des Deutschen Reichs unter Bismarck wird Bayern erstmals Gliedstaat in einem modernen Bundesstaat. Bayern wuchs vor allem durch die wirtschaftlichen Verflechtungen schnell in den Bundesstaat hinein, zeigte allerdings politisch und kulturell einen bemerkenswerten Willen zur Eigenständigkeit, der auch im 20. Jahrhundert nicht ohne Auswirkungen blieb.
1918 Bayern wird Freistaat
100 Jahre nach der ersten Verfassung beseitigte die Revolution 1918/19 die Monarchie und Bayern wurde am 8.11.1918 zur Republik und gab sich die Bezeichnung Freistaat.
Bayern im Nationalsozialismus
Während des Nationalsozialismus schreibt Bayern ein dunkles Kapitel seiner Geschichte. Wie alle anderen deutschen Bundesländer wurde es gleichgeschaltet, zu einer reinen Verwaltungsprovinz des Deutschen Reichs degradiert und verlor damit seine staatliche Eigenständigkeit.
Schon im Jahr 1946 allerdings, drei Jahre vor der Bundesrepublik Deutschland, gab sich Bayern eine demokratische Verfassung. Sie ist bis heute das Fundament unseres Gemeinwesens.

Der Freistaat Bayern in der Bundesrepublik
Als einziges Bundesland verweigerte Bayern dem Grundgesetz der Bundesrepublik seine Zustimmung.
Nach seinem Selbstverständnis als "Hort des Föderalismus" in Deutschland sah Bayern den staatlichen Charakter der Länder im Grundgesetz nicht ausreichend gesichert. Die bayerischen Landtagsabgeordneten forderten eine volle Gleichberechtigung des Bundesrats in allen wichtigen Fragen der Gesetzgebung und kritisierten die im Grundgesetz vorgesehene Finanzausstattung der Länder. Gleichzeitig beschloss man allerdings, die Rechtsverbindlichkeit des Grundgesetzes für Bayern vollständig anzuerkennen.